Einladung zur Pressekonferenz am 26.01

Bündnis
Fluchtursachen bekämpfen!
Presseeinladung
Einladung zur Pressekonferenz
“Gegen die Unmenschlichkeit – Stoppt das Lagersystem
Geflüchtete erheben ihre Stimme!“
Sehr geehrte Damen und Herren,
das Bündnis „Fluchtursachen bekämpfen“ lädt Sie hiermit zu einer Pressekonferenz mit
Geflüchteten aus der Aufnahmeeinrichtung Oberfranken ein. Die Geflüchteten werden über ihre
Situation und die Bedingungen in der Aufnahmeeinrichtung berichten und einen Einblick in ihren
Alltag geben.
Freitag, 26.01.2018, 11:00 Uhr
Villa Leon, Phillip-Koerber-Weg 1,
90439 Nürnberg
Im Anhang finden sie einen Pressetext zur Konferenz. Eine Pressemappe mit detaillierten
Hintergrundinformationen stellen wir am Tag der Konferenz zur Verfügung. Während der
Pressekonferenz wird es eine etwa 15 minütige Hintergrundinformation eines Vertreters des
Bündnisses und einer Vertreterin des „internationalen Frauencafe Nürnberg“ zu den Bedingungen in
der AEO Bamberg geben. Beleuchtet werden auch die Proteste im Transitzentrum Deggendorf und
der Aufnahmeeinrichtung Bamberg sowie die Ausbaupläne solcher Einrichtungen durch die
designierte große Koalition. Anschließend stehen 6-8 Geflüchtete aus der AEO Bamberg für
Einzelinterviews zur Verfügung.
Für Nachfragen stehen wir gerne zur Verfügung:
Mail.: fluchtursachen@riseup.net
Anhang: Pressetext
mit freundlichen Grüßen
C**** M*****
für das Bündnis Fluchtursachen bekämpfen
Geflüchtete erheben ihre Stimme – gegen Lagerunterbringung und Schikane
Bamberg Deggendorf, Ingolstadt, Manching – die bayrischen Transitzentren sind heiß umstritten.
Nach den Vorstellungen der SondiererInnen von CDU CSU und SPD stellen sie das Modell für die
Zukunft des deutschen Asylsystems dar. Doch gerade in diesen Einrichtungen regt sich Protest: Im
Dezember 2017 hatten in Deggendorf rund 200 Geflüchtete mit einem Streik der offenen Türen gegen
die unmenschlichen Bedingungen in dem dortigen Transitzentrum protestiert. Letzte Woche gingen in
Bamberg rund 250 Geflüchtete der AEO (Aufnahmeeinrichtung Oberfranken) auf die Straße.
Keine Papiere, kein Geld, keine Bildung – und Verweildauer bis zu 24 Monaten
In Bamberg richtet sich der Protest gegen die Zustände in der AEO – und das Modell zur konzentrierten
Unterbringung Geflüchteter. Die Geflüchteten fordern in einem 9-Punkte Papier an die Stadt Bamberg unter
anderem gültige Papiere, Arbeitsmöglichkeiten, Zugang zu Bildung, finanzielle Grundsicherung, gute
medizinische Versorgung, ein Ende von Schikanen und Kriminalisierung und eine schnellere Verlegung in
reguläre Unterkünfte. Teilweise verweilen die Geflüchteten bis zu zwei Jahre in dem Sammellager.
Keine Privatsphäre, kaum Schutz – Frauen leiden besonders unter den Bedingungen
Zu den besonders Betroffenen der Zustände in der AEO gehören Frauen. Für sie bestehen kaum sichere
Rückzugsräume. Zwar hat die AEO mittlerweile ein so genanntes Frauenhaus auf dem Gelände eröffnet, aber
auch hier bestimmt Enge und Unsicherheit den Alltag. Absperrbare Türen gibt es nicht, männliche
Sicherheitsangestellte können auch dieses Haus jederzeit ohne Ankündigung betreten, häufig geschieht dies
spät abends und ohne Rücksicht auf die Schutzbedürftigkeit der häufig traumatisierten Frauen oder deren
Kinder. Die pauschale Ablehnung, die Menschen aus so genannten sicheren Herkunftsländern in der AEO
nach kürzester Zeit bekommen, schließt eine Anerkennung politischer Fluchtgründe ebenso aus, wie
frauenspezifischer Fluchtgründe. Diese sind für eine große Zahl der in Bamberg untergebrachten Frauen der
Grund warum sie hier sind – und warum sie eine besonderem Schutz genießen müssen.
Abschreckung statt Asyl – Modellcharakter für Deutschland?
Die designierte Große Koalition verschreibt sich ungeachtet dieser Zustände der bayrischen Linie im
Umgang mit Geflüchteten. Diese haben CDU und CSU im Oktober 2017 bereits für sich festgeschrieben, die
GroKo VertreterInnen teilen nun die Vorstellung, deutschlandweit nach dem Bamberger Modell Lager zu
errichten. Die Situation in diesen Lagern ist keineswegs Zufall oder von Einzelfällen geprägt: die
Bedingungen sollen kontinuierlich Druck auf die hier lebenden AsylbewerberInnen ausüben, um diese zur
freiwilligen Rückreise zu bewegen. Sie dienen vor allem der systematischen Abschreckung von Menschen
aus den Herkunftsstaaten der hier internierten Menschen. Dieses Modell soll nicht nur in Deutschland,
sondern auch in der EU Standard werden. Die lebensunwürdigen Bedingungen in den so genannten HotSpots
auf den griechischen Inseln gehören ebenso zum europäischen Abschreckungregime wie die
Zusammenarbeit mit der gefürchteten lybischen Küstenwache, Folterern in lybischen Internierunglagern oder
die Zusammenarbeit mit Diktaturen, etwa dem Südsudan oder Äthiopien. Das alles dient Europa zur
Kontrolle von Migrationsströmen – unter wirtschaftlichen, diplomatischen und politischen Gesichtspunkten
und stellt ein weiteres Mal eine Abwendung von einer menschenwürdigen Migrationspolitik dar.
Fluchtursachen bekämpfen – nicht Geflüchtete
Gegen diese europäische Anti-Asylpraxis richtet sich die Arbeit des Bündnisses Fluchtursachen bekämpfen.
Das Bündnis unterstützt Geflüchtete in ihrem Kampf um Sicherheit und Bleiberecht ebenso, wie es sich für
eine Welt einsetzt, in der niemand mehr gezwungen ist zu fliehen. Seit mehreren Monaten begleiten
Vertreterinnen des Internationalen Frauencafe Nürnberg Geflüchtete in Bamberg und versuchen sie bei der
Durchsetzung der minimalen in Bamberg gebliebenen Rechte zu unterstützen – da selbst diese in den
seltensten Fällen gewährt werden. Auch die Demonstration von Menschen aus der AEO vergangenen
Mittwoch haben wir als Bündnis unterstützt. Jeder Mensch hat das recht darauf, sich für die eigenen
universellen Rechte einzusetzen – und gehört zu werden!
Gemeinsam mit Geflüchteten aus der AEO-Bamberg laden wir daher zur Pressekonferenz am Freitag den
26.01.2018 um 11:00 Uhr in die Villa Leon, Phillip Koerber Weg 1 in Nürnberg ein, um einen Einblick in
den Alltag in der AEO zu geben. 6-8 Geflüchtete, die derzeit in der AEO untergebracht sind werden in
Einzelgesprächen und -interviews von ihren Erfahrungen und Einschätzungen berichten.
24.01.2018 Bündnis Fluchtursachen bekämpfen!